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Ergebnisse

Niehuuser Tunneltal
Niehuuser Tunneltal

Ergebnisse für das Wasser und seine Bewohner

Beseitigung von Hindernissen

Wandernde Fische und Kleintiere, die von der Fördemündung die Krusau hinauf schwimmen, konnten bisher nach wenigen hundert Metern nicht weiter: Zuerst bildet das Stauwehr der alten Kupfermühle auf deutscher, dann das Wehr der Krusaumühle auf dänischer Seite ein unüberwindliches Hindernis.
Jetzt wurde an der Kupfermühle eine Fischtreppe nach dänischem Modell gebaut und an der Krusaumühle ein Umlauf um das Mühlenwehr herum wieder in Stand gesetzt, der es den Tieren ermöglicht, das Hindernis zu umschwimmen.

Einladung zum Laichen

Im dänischen Zulauf der Krusau, Smedeby Bæk, und in der Krusau selbst wurden Steine und Kies eingebracht. Dadurch bilden sich im Bach strömungsarme Zonen – geeignete „Kinderstuben" für Meerforellen und andere Fischarten.

Sauberes Wasser

Auf deutscher Seite wurden im Talraum rund 33 Hektar landwirtschaftliche Fläche gekauft: Sie werden nicht mehr gedüngt und gespritzt. Damit gelangen weniger Schad- und Nährstoffe in den Niehuuser See und in die Krusau.
Zusätzlich wurden auf den Feuchtwiesen Entwässerungsrohre zerstört. Das Wasser tritt an der unterbrochenen Stelle an die Oberfläche und sucht sich selbst seinen Weg über die Wiese zum See. Sand und Nährstoffe, die von höher gelegenen Flächen herangespült werden, lagern sich hier ab. Die Flächen sind somit Filter und Puffer und entlasten die Gewässer.

Froschkonzerte

Für Frösche und Molche wurden beiderseits der Grenze insgesamt 16 neue Kleingewässer geschaffen. Alle im mineralischen Boden im Hangbereich, nicht im moorigen Talgrund. Denn ein Teich im nährstoffreichen Moorboden wächst viel schneller wieder zu, er führt zur Freisetzung von Nährstoffen und Bodensackungen und entwässert die Feuchtwiesen.
In Zukunft wird der Talraum also wieder zur Konzertarena der Frösche, und vielleicht sogar Begegnungsstätte mit dem im Norden sehr seltenen Bergmolch.

Ergebnisse festhalten

In 2005 erfassten deutsche und dänische Biologen gemeinsam in den Zuflüssen und in der Krusau selbst die im und am Bach lebenden Kleinlebewesen („Makrozoobenthos"). Tiere wie Köcherfliege und Strudelwurm sind Indikatoren für den ökologischen Zustand der Gewässer. Eine zahlenmäßige Zunahme dieser Tiere in zukünftigen Proben bedeutet: Mit der Krusau geht es bergauf!

Ergebnisse für das Grünland und seine Bewohner:


Feuchtwiese mit Hahnenfuss und Teichschachtelhalm

Intensiv genutztes Grünland ist artenarm. Mit der Extensivierung der Flächen im Talraum wird der Niedermoortorfboden geschützt, der Lebensraum für bedrohte Arten gesichert und verbessert und die Lebensraumvielfalt für Pflanzen und Tiere erhöht.

Chance auf Vielfalt

30 Hektar, die zur Umsetzung des Projektes erworben wurden, sind unter Auflagen an einen örtlichen Landwirt verpachtet. Die Flächen werden mit so geringer Tierzahl beweidet, dass hier und da Gehölze aufkommen können und immer wieder Bereiche nicht ganz kurz gefressen werden. Die Zerstörung der Entwässerungsrohre lässt offene Gewässer und feuchte Senken entstehen, Das erhöht die Strukturvielfalt auf der Fläche, von der Insekten, Vögel und Amphibien profitieren.

Flächen"pflege"?

„Gepflegt sieht das aber nicht aus!" mag sich mancher denken, der das leuchtende Grün intensiv genutzter Weiden vor Augen hat. „Pflege" bedeutet hier nicht ordentliches Aussehen, sondern Erhalt möglichst vieler Pflanzenarten.
Um Licht liebende Pflanzen dauerhaft zu erhalten, werden die Flächen – sofern sie nicht zu nass sind –beweidet oder gemäht.
Ohne diese Pflege würden die Flächen zuwachsen und langsam bewalden. Eine Abnahme der Artenvielfalt wäre die Folge.

Vierbeinige Rasenmäher
Limousin-Mutterkühe mit Kälbern im Krusau Tunneltal
Limousin-Mutterkühe mit Kälbern im Krusau Tunneltal

Fleischrinder der Rasse Limousin halten die Flächen offen. Sie kommen mit dem weniger gehaltvollen Futter der extensiven Weiden aus.
Die tief gelegenen Flächen werden, wenn es die Witterung zulässt, einmal im Jahr gemäht.

Einmarsch der Spezialisten?

Auf intensiv bewirtschaftetem Grünland dominiert eine Hand voll Stickstoff liebender Futtergräser. Es wird hochwertiges und energiereiches Grundfutters für Milchkühe erzeugt. Seltene oder gefährdete Kräuter haben hier keinen Platz.
Weniger Nährstoffe und der Wechsel von trockenen und feuchten Bereichen kommen sowohl pflanzlichen „Hungerkünstlern" wie dem Hasenohr als auch Nässespezialisten wie der Sumpfdotterblume entgegen. Solche Spezialisten haben jetzt die Chance, sich auszubreiten oder die Wiesen neu zu erobern. Mit ihnen kommen Insekten, die oft auf eine Futterpflanze spezialisiert sind. Der Insektenreichtum lockt wiederum Vögel an. Herzlich willkommen!

Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)
Bäume als Opfer des Naturschutzes?

Auf dänischer Seite wurden in Smedeby Grube, einer Seitenschlucht des Tunneltals, um den Kruså Møllesø und den Niehuuser See herum Bäume gefällt..
So bekommen andere Pflanzen wie die seltene Hängesegge wieder genügend Licht zum Wachsen.
Und ganz nebenbei haben Wanderer wieder herrliche Ausblicke auf die Seen.

Ergebnisse festhalten

Die Pflanzen im Tales wurden 2004 auf deutscher Seite erfasst Zum einen soll die vorhandene Vielfalt, der Natur belassenen Bachschluchten und in den nassen Wiesen und Sümpfen an der Krusau, dokumentiert werden. Zum anderen ist für Biologen interessant, wie sich das bisher intensiv genutzte Grünland in der Pflanzenzusammensetzung ändert.

Ein hydraulisches Modell soll Hilfe für zukünftige Planungen geben:

Das ganze Krusautal wurde Höhen vermessen („nivelliert"), Wasserabflussmengen wurden erfasst und die Moorsackungen der letzten 70 Jahre berücksichtigt. Aus diesen Daten erstellt Sønderjyllands Amt per Computer ein Modell, an dem sich verschiedene Szenarien durchspielen lassen, zum Beispiel:

  • Welche Flächen wären nicht mehr zu bewirtschaften, wenn man die Gewässerunterhaltung der Krusau einstellt?
  • Wie wird sich die Situation bei weiterer Gewässerunterhaltung in 10 Jahren darstellen?

Der Erfolg zukünftiger Planungen kann anhand solcher Modelle besser diskutiert und abgeschätzt werden.

Ergebnisse für das Tal und seine Bewohner:

Nicht nur Tiere und Pflanzen, auch die Menschen sollen vom INTERREG-Projekt profitieren.

Die beiden am Projekt beteiligten Gemeinden Bov (DK) und Harrislee (D) wollen etwas für ihre Einwohner und Besucher tun:

Wanderwege

Zwei neue Wege, am Karlsberg und bei Burg Niehuus, verbinden demnächst bestehende Wanderrouten über die Grenze hinweg. Je nach Lust und Laune können sich die Wanderer dabei in Naturschutz, Geologie und Geschichte fortbilden oder diverse Naturerlebnisspiele ausprobieren.

„Weiterbildung" inbegriffen

An zentrale Stelle stehen Tafeln mit Informationen zum Gebiet, selbstverständlich in Deutsch und Dänisch.


Infotafel bei Smedeby Grube

Infotafel zum Projekt bei Padborg

Als Begleiter beim Spaziergang durchs Tal liegen hier Faltblätter mit Übersichtkarte aus.

Auf kulturhistorische, geologische oder biologische Besonderheiten machen unterwegs kleine Info-Schilder aufmerksam.

Spieltrieb erwünscht!

Naturerlebnisspiele laden unterwegs nicht nur Kinder zum Ausprobieren ein:

Per Erdtelefon gratis zwischen Deutschland und Dänemark telefonieren, einem kostenlosen Konzert der Windharfe lauschen oder barfuss in einem artesischen Brunnen planschen.

Wer Picknickkorb und Grillkohle mitbringt, kann im Erholungswald Kluesries im Freien speisen. Kinder – diesmal sind Erwachsene leider nicht zugelassen! – können sich Zeit auf dem Naturspielplatz vertreiben und das Auf- und Ab der hügeligen Landschaft auf den Spielgeräten nachempfinden.

Herzlich Willkommen!

Geführte Touren

Eine Vielzahl geführter Touren – meistens zweisprachig – finden Sie unter dem Punkt Erlebnisse.

Ergebnisse für die EU und zwei ihrer Mitgliedstaaten

Ein INTERREG-Projekt soll die Zusammenarbeit zwischen EU-Staaten fördern. Es bedarf intensiver Kommunikation, um die unterschiedliche Normen und Verwaltungsvorschriften zu erkennen und daraus für beide Seiten sinnvolle, gemeinsame Vorgehensweisen zu entwickeln.

Neue Wege der Zusammenarbeit wurden gefunden, beispielsweise im Vergleich unterschiedlicher wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden und ihrer Ergebnisse. Dänen gaben der deutschen Seite neue Impulse in Sachen „Durchgängigkeit von Gewässern", gemeinsam wurde eine Fischtreppe nach dänischem Modell in Deutschland gebaut.

Aus dieser Arbeit haben sich für das dänische und das deutsche Planungsbüro bereits weitere Schritte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit entwickelt.

Vor Ort besteht reges Interesse am Projekt. Die deutsch-dänischen Führungen sind gut besucht und die Möglichkeit, auf landschaftlich reizvollen Wegen zwischen den Ländern hin und herzupendeln, lockt Besucher an.

Für die Beteiligten des Projektes hat die Zusammenarbeit darüber hinaus einfach Freude gemacht: Wann sonst kann man die liebenswerten Eigenarten des Nachbarvolkes so intensiv kennen lernen?