Landschaftsgeschichte

Feuchtwiesen nördlich von Niehuus
Das Krusau Tunneltal entstand vermutlich als Folge der Ausschürfung
durch Schmelzwässer, die gegen Ende der letzten Eiszeit (d.h. vor 10.000
bis 15.000 Jahren) in Tunneln unter dem Eis abflossen. Mit den
Schmelzwässern wurden große Mengen Lehm, Sand und Steine aus dem Eis
herausgespült, die sich am Gletscherrand als sehr mächtige Schicht, weiter
westlich in immer dünneren Lagen absetzten. Die Tunnelöffnung muss in
Padborg nahe dem Moor Søndermose gelegen haben, weil von dort aus das
Gelände in mehreren Richtungen nach Westen abfällt. Da der Eisrand in der
Umgebung des Tunneltals längere Zeit still lag, ist der Boden geprägt von
vielen verschiedenen geologischen Ausgangsmaterialien.
Unmittelbar westlich des Eisrandes, wo die Schmelzwasserströme am
stärksten waren, wurden große Mengen Steine und Kies abgelagert. Der Boden
ist also sehr grobkörnig, so dass das Regenwasser schnell versickert. Als
Folge der Geländeverhältnisse versickert ein großer Teil des Wassers zur
Flensburger Förde hin, auch wenn der Niederschlag westlich der
geländemäßigen Wasserscheide fällt. Das Gebiet unmittelbar westlich des
Eisrandes ist wegen der schnellen Grundwasserbildung auch von einem Mangel
an Fließgewässern geprägt.
Östlich des Eisrands finden sich einerseits Ablagerungen, die das Eis
mitgebracht und in gefrorenem Zustand hinterlassen hat, andererseits
Materialien, die während des Abschmelzens abgelagert wurden. So gibt es
kleinräumig abwechselnd sowohl Moränenablagerungen als auch
Schmelzwassersande.
Die Landschaft nach dem Abschmelzen des Eises
Beim Abschmelzen des Eises wurden die steilen Hänge und der Talgrund
freigelegt. Der Talgrund steigt stellenweise recht deutlich an. Auf der 1 km
langen Strecke vom Niehuuser See über Haraldsdal in Padborg zum Moor
Søndermose findet sich ein Anstieg um etwa 30 Meter. Im Gegensatz dazu
steigt der Talgrund auf der 6 km langen Strecke von der Flensburger Förde
zum Niehuuser See nur um 12 Meter.
Als das Eis abgeschmolzen war, fielen im Winter immer noch große
Schneemengen, und die Pflanzendecke war sehr spärlich. Das Schmelzwasser
des Schnees hat sich in die Erde eingegraben und die kleinen Schluchten und
Seitentäler geschaffen, die an den Seiten des Tunneltals zu sehen sind.
Das markanteste Seitental, Smedeby Grube, liegt nordwestlich des Krusauer
Mühlensees. Heute strömt das Wasser aus der Landschaft um das Tunneltal
herum immer noch durch die kleinen Seitentäler zur Krusau oder zur
Flensburger Förde.
Entstehung von Torferde
Nach der Eiszeit wurde der Boden mit Vegetation bedeckt, und damit auch
mit Pflanzenresten, die mit den obersten Bodenschichten vermischt wurden.
Der hohe Grundwasserstand am Grund des Tunneltals und regelmäßige
Überschwemmungen der Krusau haben zu einer hohen Bodenfeuchtigkeit im Tal
geführt. In dem feuchten, sauerstoffarmen Boden werden Pflanzenreste nur
langsam zersetzt, und mit der Zeit entwickelt sich ein Boden, der reich an
organischem Material ist. Dies ist die weiche, feuchte Torferde, die heute
zu sehen ist und den überwiegenden Teil des Talgrunds bedeckt.
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